Erfahrungsorientierte Bindungstherapie.
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Erfahrungsorientierte Bindungstherapie (EBT).
Info für Fachkollegen.
Definition und Kurzbeschreibung:
Die erfahrungsorientierte Bindungstherapie (EBT) ist ein psychotherapeutisches
und pädagogisches Verfahren zur Behandlung von Bindungsstörungen
in Familien und bei Einzelpersonen. Die EBT kommt dort zur Anwendung, wo
Menschen die Fähigkeit, ihre natürlichen Grundbedürfnisse
nach Nähe und Geborgenheit, Bindung, Autonomie, Selbstwert, Identität,
Freude und körperlichem Wohlbehagen, Sinn und Spiritualität in
familiären Bindungen oder anderen sozialen Beziehungen zu befriedigen,
nicht erwerben konnten oder verloren haben. Die methodische Besonderheit
ist, dass gesünderes Beziehungsverhalten im genannten Sinne mit realen
Bezugspersonen (Partner, Kinder, Eltern, Geschwister, lebensrelevante Freunde)
verstanden, erlernt, eingeübt und gefestigt wird.
In Bindungen erlebter Mangel und traumatische Erfahrungen werden durch körperbezogene
nonverbale und verstandesbezognen verbale Prozeßschritte bewußt
gemacht und durch korrigierende Neuerfahrungen mit vertrauten Bezugspersonen
verarbeitet.
Die veränderungswürdigen bzw. behandlungsbedürftigen Störungen
und Beeinträchtigungen werden mit dem Klienten herausgearbeitet und sind
dann Gegenstand von Gruppen- und Einzeltherapie. Das gemeinsam definierte Ziel
ist die Verbesserung von Bindungskompetenz und Bindungsqualität. Sie wird
durch lehrbare Techniken auf der Basis der zeitgenössischen Bindungstheorie
(Bowlby, Grossmann, Rudolf, Stauss et al.) erreicht. Den Rahmen bildet eine
tragfähige, geleitschutzbietende Beziehung zum Therapeuten (Crossmann
1966, Steiner 1982, Rudolf 2004) und der Schutzraum in den bindungstherapeutischen Übungsgruppen.
Ganz wesentlich tragen erlebnisaktivierende Prozesse, die in bedürfnisbefriedigende
Neuerfahrungen mit realen Bezugspersonen münden, zur Veränderung
bei. Ziel ist die Internalisierung und Verankerung von positiven Beziehungserfahrungen
und die Errichtung positiver Objekt- und Bindungsrepräsentanzen. Der Erwerb „emotionaler
Intelligenz“ (Goleman 1995) im Umgang mit „negativen“ Affekten
wie Schmerz, Angst und Wut in Beziehungen unterstützt die positive Veränderung
des Selbstbildes. Das Erleben verbesserter „Konfliktfähigkeit“ mit
realen Bezugspersonen steigert den Selbstwert. Die therapeutische Zusammenarbeit
gilt als geglückt, wenn das Gelernte auch im Alltag außerhalb des
therapeutischen Rahmens reproduzierbar ist.
Menschenbild:
Die Grundlage einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung ist die sichere
Bindung eines Kindes an verlässliche und feinfühlige Bezugspersonen
in den ersten drei Lebensjahren.
Das Grundbedürfnis nach Bindung und seine konkrete Befriedigung ist biologisch-neurophysiologisch
determiniert. Wenn die existenziellen Bedürfnisse nach Wärme, Nahrung,
Schutz,
Geborgenheit, Rhythmus, Halt, Körperkontakt, Blickkontakt, emotionaler,
mimischer und verbaler Spiegelung und feinfühligem, entwicklungsgerechtem „Handling“ etc.
nicht sicher, zuverlässig, unmittelbar und angemessen Befriedigung finden,
ist das Kind gezwungen, auf Abwehr-, Notfall- und Ausweichreaktionen zurückzugreifen,
die zunehmend erschweren, dass es eine sichere Bindung zu einer Bezugsperson
aufbauen und aufrecht erhalten kann.
Je kognitiv unreifer das Kind ist, desto abhängiger ist es von der direkten
körperlichen Befriedigungserfahrung. Der Säugling im ersten Lebensjahr
ist besonders abhängig von körperlicher, emotionaler und geistiger
Präsenz der Mutter (der Bezugsperson). Beeinträchtigungen der Ansprechbarkeit,
der Resonanzfähigkeit wirken sich unmittelbar auf sein Wohlbefinden und
Kontaktverhalten aus (Papousek u. Papousek). Die Fähigkeit zur Befriedigung
reiferer psychosozialer Grundbedürfnisse (Autonomie, Selbstwert, Identität
etc.) und die damit verbundene Entfaltung menschlichen Potentials basiert auf
ausreichender Erfüllung der frühen Bindungsbedürfnisse.
In den Lebensraum Familie bringen alle Beteiligten ihre frühen Bindungserfahrungen
ein und die Lebensbedingungen der Familie werden von den zeitgeschichtlichen
und sozio-ökonomischen Bedingungen entscheidend geprägt. Daher ist
die Bindungsgestaltung zwischen Eltern und Kindern nicht nur durch deren konkrete
Lebenserfahrung sondern auch durch mehrgenerational verbal und nonverbal überlieferte
und introjezierte Bindungserinnerungen des Gesamtsystems Familie geprägt.
Speziell unverarbeitete traumatische Erfahrungen innerhalb der Familiengeschichte
wie schwere Verlusterlebnisse, Verlassenwerden, lebensbedrohliche Situationen,
Kriegserlebnisse, schwere Gewalt und Mißbrauch, Ausschluß von Familienmitgliedern,
Tötungen, schwere Krankheit etc. stellen eine starke Belastung für
den Aufbau sicherer Bindungen dar.
Die erfahrungsorientierte Bindungstherapie erkennt darüberhinaus an, daß es
für jedes menschliche Wesen eine nicht näher definierbare, dennoch
existente transpersonale Bindungsrealität gibt. Die Anerkennung und Einbeziehung
dieser Bindungsdimension begünstigt den Aufbau sicherer Bindung zwischen
Eltern und Kind.
Gesundheitsmodell:
Der Mensch als soziales Wesen ist lebenslang auf Bindungen angewiesen, durch
die er die Erfüllung seiner psycho-sozialen Grundbedürfnisse erfährt.
Die Bindungstheorie belegt, dass die sozialen Bindungskräfte das Verhalten
des Menschen mehr bestimmen, als angstauslösende Reize (Grossmann, 1994).
Insofern ist das Leben in sicheren Bindungen Grundvoraussetzung für
eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung und die Bewältigung lebensgeschichtlich
unausweichlicher Krisen und Notfallsituationen. Subjektiv erfahrbare menschliche
Qualitäten wie Einmaligkeit der Identität, Selbstbestimmung, Liebesfähigkeit,
emotionale Intelligenz, Kreativität, Konfliktfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit
und damit die Fähigkeit zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortlichkeit
reifen ausschließlich im Raum gesunder, sicherer Bindungen. Die daraus
resultierende Zufriedenheit und Sinnerfahrung in Liebe und Arbeit (Sigmund
Freud) korreliert mit körperlicher und psychischer Gesundheit.
Störungsmodell:
Im Störungsmodell der EBT gehen wir davon aus, daß die Beziehungsfähigkeit
des Menschen in besonderer Weise durch seine primären Bindungserfahrungen
geprägt wird und in seinen
(positiven und negativen) Bindungs- und Objektrepräsentanzen fortlebt. „Es
wurden Objektrepräsentanzen gebildet, das heißt emotional besetzte
Bilder des Anderen, Beziehungsrepräsentanzen und emotionale Einstellungen
des Selbst zum Anderen sowie des Anderen zur eigenen Person. Diese sind maßgeblich
dafür, wie Beziehungen erlebt und reguliert werden. Die basale früh
erworbene Erfahrung bleibt bestehen als Fähigkeit, neue Beziehungen im
späteren Leben im eigenen Selbst zu verankern“ (Rudolf, 2002).
Jede Beeinträchtigung des frühen Bindungsaufbaus und der sicheren
Bindungserfahrung wirkt sich also unmittelbar und nachhaltig auf die lebenslange
Fähigkeit zur Beziehungsgestaltung aus. Insbesondere die im Erlebnisgedächtnis
gespeicherten körperlichen Erfahrungen des letzten Schwangerschaftsdrittels,
der Geburt und der ersten Lebenszeit werden als Erlebnisschema, als Grundmuster
des Bindungserlebens gespeichert. Dieses frühest geprägte Erlebnismuster
aktualisiert sich von Anfang an in belastenden Situationen und wird vom Kind
her zum gestaltenden Faktor der Bindungsbereitschaft und des Bindungsaufbaus.
Eine unsichere Mutter, die meist ähnliche frühe Körpererinnerungen
abwehren oder kompensatorisch verwalten muß, kann den Stress des Kindes
nicht angemessen und feinfühlig erkennen und beantworten. Die bedürfnisbefriedigende,
früheste Symbioseanbahnung, der notwendige Stressabbau bei beiden bleibt
ungenügend und behindert den weiteren primären Bindungsaufbau. (Klaus,
Kennell u. Klaus, 1995) Häufig beginnt hier ein enttäuschender circulus
vitiosus der verfehlten Begegnung zwischen Mutter und Kind. Der rhythmische
Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung, die Synchronisierung von Bedürfnis
und Bedürfnisbefriedigung zwischen Mutter und Kind („Attunement“, „Bonding“)
scheitert und wird mit jeder neuen Stresssituation schwieriger. So geprägte
früheste körperliche Erfahrungen von Schmerz, Angst und Mangel aktualisieren
sich im späteren Beziehungsleben vorwiegend im Zusammenhang mit körperlicher
Nähe, in Situationen von (drohendem) Verlust oder Trennung und erschweren
eine beziehungstragende Nähe-Distanz-Regulierung bis ins Erwachsenenalter.
Die so grundgelegten gravierenden Defizite im Ich-Aufbau haben seelische Störungen
zur Folge. Sie behindern die ausreichende Befriedigung individueller und psychosozialer
Grundbedürfnisse dauerhaft. Interpersonell zeigt sich die Störung
bevorzugt durch Vermeidung von körperlicher Nähe, durch Anklammerung,
das Fehlen emotionaler Offenheit und Einfühlung, mangelndes Vertrauen
in sich und andere, Angst vor Trennung, körperliche Unruhe, verringerte
Frustrationstoleranz, pseudoautonomes Verhalten, Aufmerksamkeits- und Lernstörungen,
Aggressivität, ängstliches Vermeidungsverhalten, Antriebslosigkeit,
Störungen im Neugier- und Explorationsverhalten, sozialer Rückzug,
Egozentrismus etc.
Veränderungsmodell:
Veränderung vollzieht sich in mehreren Schritten: Dysfunktionale Bindungsmuster
(unter besonderer Beachtung des Mutter-Kind-Attunements der ersten Lebenswochen)
werden, wenn möglich, durch erlebnisaktivierende Prozesse erfahrbar gemacht
und ins Bewußtsein gehoben. Danach „überschreiben“ korrigierende
Neuerfahrungen mit dem Erlebnis der Befriedigung von Bindungsbedürfnissen
Schritt für Schritt alte, dysfunktionale Muster. Das Vorgehen folgt dabei
häufig einer zeitlich gegebenen systemischen Hierarchie. Zunächst
werden Bindungskonflikte und Mangelerfahrungen der Erwachsenen mit ihren Eltern
bearbeitet, dann werden Paarkonflikte und spezifische Konflikte in der Elternrolle
fokusiert und verarbeitet. Wenn dieses Vorgehen bereits ausreicht, um die Beziehungsgestaltung
zwischen Eltern und Kindern zu verbessern und evtl. vorhandene kindliche Symptome
zu beheben, gilt die Therapie als erfolgreich beendet.
Sollten Symptome der Kinder fortbestehen, werden sie verstärkt in den
therapeutischen Prozeß im oben genannten Sinne einbezogen. Im Zentrum
der erfahrungsorientierten Bindungstherapie steht die Erwachsenenarbeit, da
mit einer Kompetenzsteigerung und Symptomverbesserung bei den Eltern eine direkte
Auswirkung auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Kinder zu beobachten
ist. Das „Wachstums- und Entwicklungsklima“ innerhalb der Familie
verbessert sich erheblich.
Für die Wirksamkeit der bindungstherapeutischen
Vorgehensweise mit Familien sind drei Interventionsebenen bedeutsam:
1) der bewußtseinfördernde, erlebnisaktivierende, körperorientierte
psychotherapeutische Prozeß
2) die erwachsenenpädagogische Arbeit zur Verbesserung struktureller Fähigkeiten.
Zum Beispiel haben Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsübungen, das Einüben
von selbstreflexivem, selbstunterstützendem, selbstbeelterndem Alltagsverhalten
(Tagebuch, Austausch, Tagesvorschau und Tagesrückschau, fortlaufende Integration
der eigenen Biografie ins Selbsterleben, fortlaufende Neutralisierung negativer
Introjekte) einen besonderen Stellenwert. Flankierend kommt Erziehungsberatung
zur Kompetenzsteigerung bei den Eltern, ihre Kinder entwicklungsgerecht, ich-strukturierend
und selbstwertstützend zu erziehen („Schutzerziehung“, Haug-Schnabel
et al. 2004), nach Bedarf hinzu.
3) der Geleitschutz und Coaching-Prozesse für die Erwachsenen durch den
Therapeuten und bindungsorientiertes Training in Gruppen und Einzelsettings
zur Aufrechterhaltung und Vertiefung der erworbenen Einsichten und Fähigkeiten.
Hilfestellung beim Aufbau unterstützender sozialer Netze und verlässlicher
Freundschaftsbeziehungen.
Ziele der erfahrungsorientierten Bindungstherapie:
Das Ziel der erfahrungsorientierten Bindungstherapie ist, dysfunktionales Beziehungsverhalten
bewußt zu machen und zu verändern. Das Verständnis der Bedeutung
von funktionalen Bindungen als Voraussetzung zur Bedürfnisbefriedigung
soll erlernt und durch konkrete Erfahrungen mit vertrauten Personen praktiziert
und eingeübt werden. Durch eine direkte Steigerung der Lebensfreude,
Bedürfnisbefriedigung und Zufriedenheit in den nahen Beziehungen werden
gesündere Selbst- und Objektrepräsentanzen internalisiert. Bindungssicherheit,
die in der Kindheit nicht erworben werden konnte, soll durch wiederholte
korrigierende Neuerfahrungen mit wichtigen Bezugspersonen nachreifen. Fehlende
strukturelle Fähigkeiten (besonders körperliche und emotionale
Selbstwahrnehmung, Selbststeuerung, Objektwahrnehmung, Kommunikationsfähigkeit
etc.) werden nachträglich aufgebaut und gefestigt. Die Fähigkeit
zu Selbstliebe, Selbstschutz, Selbstanerkennung und Selbstfürsorge wird
geschult und ins Alltagsverhalten transferiert.
Insbesondere Kinder, die sich noch in der Entwicklung und im Ich-Aufbau befinden,
profitieren von den korrigierenden Neuerfahrungen mit den Eltern. Eltern, die
oben beschriebene Fähigkeiten erlernt haben, können ihren Kindern
als gesundes Modell und zuverlässiges Gegenüber zur Verfügung
stehen und parallel zum eigenen Lernprozess besser auf die aktuellen Bedürfnisse
ihrer Kinder eingehen. Insofern ist eine gelungene bindungstherapeutische Arbeit
mit Familien die beste Prävention von seelischen Störungen bei Kindern
und Erwachsenen und führt zum Abbau von bereits vorhandenen Symptomen
sowohl beim Erwachsenen als auch beim Kind.
Indikationen:
• leichte bis mittelschwere Depressionen
• psychosomatische Erkrankungen ohne schwere klinische Symptomatik
• Ängste und Phobien
•
Essstörungen
•
Abhängigkeiten und Süchte
• Verarbeitung von Verlusten und Trauer
•
bestimmte posttraumatische Belastungsstörungen
•
Nähe- und Bindungsängste
•
Verhaltensstörungen
•
Schlafstörungen
•
chronische Beziehungsstörungen und Paarproblematiken, chronische Konfliktvermeidung
• unsicheres Bindungsverhalten bei Kindern und Erwachsenen (Anklammerung,
Vermeidung und Ambivalenz)
• Selbstwertproblematiken
•
Krisenintervention (z.B. Scheidung, Auflösung der Familie)
• zwanghaftes Verhalten, Tics
•
kindliche Aggressivität und Autoagressivität
•
kindliche Unruhe und Konzentrationsstörungen
•
kindliche Wahrnehmungsstörungen
•
kindliche Sprach- und Lernstörungen
•
Enuresis und Enkopresis, gewohnheitsmäßige Stuhlretention
•
Säuglinge und Kleinkinder, die ohne erkennbaren medizinischen Grund durchschreien
oder grundlos weinen
•
autistische Züge und übersteigertes Rückzugsverhalten beim Kind
•
Verarbeitung von Frühgeburt, Kaiserschnittgeburt, langen Krankenhausaufenthalten
und langer Trennung von Mutter oder Vater
•
Unterstützung bei spezifischen Entwicklungskrisen (Trotzphase, Pubertät,
Ablösung vom Elternhaus)
Kontraindikationen:
•
Schwere Persönlichkeitsstörungen oder Psychosen
• Schwere unbehandelte Suchtproblematik (Alkohol, Drogen, Medikamente etc.)
•
Akute Suizidalität
•
Zielsetzungen, die nicht bindungsorientiert sind (Überanpassung oder Unterwerfung
von Kindern, Rache und Schuldzuweisungen in Beziehungen, Manipulation, Machtausübung,
verfrühte Ablösung, Bedürfnisbefriedigung Erwachsener durch
Kinder, etc)
•
Emotionaler oder sexueller Mißbrauch von Kindern, Gewalt und Körperverletzung
innerhalb der Familie, wenn Eltern, in schwere Mißhandlungen oder sexuellen
Mißbrauch von Kindern verstrickt sind
•
Ausschluß eines relevanten Familienmitglieds (z.B. der getrenntlebende
Vater wird abgewertet und darf das Kind nicht sehen oder die Therapie soll
gegen seinen erklärten Willen durchgeführt werden)
• Pflege- und Adoptiveltern, die die leiblichen Eltern des Kindes nicht
respektieren
•
Schwere chronische Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, des Nervensystems,
Anfallsleiden, Blutungsneigung, schwere chron. Schmerzen (Risikoausschluss
durch ärztliches Attest)
• Akute Infektionskrankheiten
Diagnostik:
•
Ausführliche Familienanamnese und Genogramm
•
Persönliche Biografie inklusive Schwangerschaft, Geburt und erster Lebenszeit
•
Wenn möglich Exploration der Narrative mehrerer Generationen (Großeltern,
Eltern und Kinder werden befragt)
•
Standardisierte Tests und Fragebögen zu spezifischen Symptomen, zu Bindungsstil,
interpersonellen Problematiken und zur strukturalen Analyse sozialen Verhaltens
(SASB) etc.
•
Bei Kindern: nach Bedarf Entwicklungsdiagnostik, Audiometrie und Sehtest zur
Differentialdiagnostik oder Auschluß einer Behinderung.
• Kinderzeichnungen, Szenokasten, Familienbrett
• Verhaltensbeobachtung, Interaktionsbeobachtung in Beziehung zum Therapeuten,
innerhalb der Familie oder mit Aussenstehenden und anderen Gruppenteilnehmern
• Nach Bedarf: systemische Familienaufstellung
• Problem- und Zieldefinition im Konsens mit dem Klienten
Qualitätssicherung:
Nach qualifizierter Diagnostik werden im Konsens mit dem Klienten Therapieziele
definiert, die dann im Verlauf der Zusammenarbeit regelmäßig überprüft
werden. Mit spezifischen veränderungssensitiven Messinstrumenten wird überprüft,
inwieweit die Therapieziele und bindungsrelevante Veränderungen erreicht
worden sind. Nach Abschluss der Therapie wird in bestimmten Zeiträumen
die Stabilität der erreichten Veränderungen überprüft.
Fremdbeurteilungen von aussenstehenden Therapeuten oder Pädagogen werden
im Sinne einer lösungsorientierten interdisziplinären Zusammenarbeit
im Verlauf des Prozesses und danach eingeholt (Kinderärzte, Pädagogen,
Logopäden, Ergotherapeuten etc). Fortlaufende Supervision und Fortbildung
der Bindungstherapeuten ist verpflichtend. Wesentliches Element der Qualifikation
des Bindungstherapeuten ist die erfolgreiche Bearbeitung eigener Bindungsproblematiken.
Erfahrungsorientierte Bindungstherapie (EBT).
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